Volkskrankheit Osteoporose – Definition & Diagnose Kiefernekrose

Volkskrankheit Osteoporose – Definition & Diagnose Kiefernekrose

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Die Osteoporose – Selbsthilfegruppe 393 – Wetter – und die SHG 56 – Witten / Herdecke – informiert

MEDIKAMENTEN-ASSOZIIERTE KIEFERNEKROSEN

Was bedeutet Kiefernekrose
Nekrose steht für das Absterben von Zellen, Gewebe oder Organbezirken. Bei der medikamenten-assoziierten Kiefernekrose kommt es zum Absterben von Kieferknochen als Nebenwirkung der so genannten antiresorptiven Medikamente. Das sind Medikamente, die über eine Osteoklastenhemmung den systemischen und lokalen Knochenabbau reduzieren.

Symptome einer Kiefernekrose
Freiliegen von abgestorbenem Kieferknochen zum Mundraum oder nach außen. Außerdem können Schmerzen, Gefühlsstörungen der Unterlippe, Entzündungen der Kieferhöhle, Abszesse, Mundgeruch und sogar Kieferknochenbrüchen auf-treten.

Welche Medikamente können eine Kiefernekrose auslösen?
Medikamente, die für die Behandlung der Osteoporose sowie von bösartigen Tumorerkrankungen mit Absiedlungen in den Knochen benutzt werden, können eine Medikamenten-assoziierte Kiefernekrose verursachen. Nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über diese Medikamente:

Ursachen für eine Kiefernekrose
Der Entstehungsmechanismus für eine Kiefernekrose ist komplex. Es mehren sich jedoch die Hinweise darauf, dass Infektionen im Kieferbereich als auslösender Faktor eine Schlüsselrolle spielen. Durch die Zähne hat der Kieferknochen immer Kontakt zur Außenwelt und somit auch zu Entzündungen. Dadurch bekommen die Prophylaxe (zahnärztliche Maßnahmen vor Beginn einer antiresorptiven Therapie) und die Prävention (Maßnahmen während und nach einer antiresorptiven Therapie) einen immer höheren Stellenwert.

Vorbeugen / Behandeln einer Kiefernekrose:

PROPHYLAXE
Ziel der Prophylaxe ist es, das Risiko zur Entstehung einer Kiefernekrose vor der Bestrahlung mit antiresorptiven Medikamenten zu minimieren. Hierfür sollte bereits frühzeitig die Sanierung von Infektionen und Keimeintrittspforten des Kieferknochens beginnen. Das bedeutet etwa, Prothesen optimieren, Zahnfleischentzündungen behandeln und kranke Zähne sanieren oder ziehen lassen.

PRÄVENTION:
Ziel der Prävention ist es, das Risiko zur Entstehung einer Kiefernekrose unter oder nach der Behandlung mit antiresorptiven Medikamenten zu minimieren. Vor allem, wenn Zähne gezogen werden müssen oder eine Behandlung am Kieferknochen notwendig wird, sollte eine Vorstellung bei den spezialisierten Zahnärzten und den Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen erfolgen.

THERAPIE:
Eine Kiefernekrose lässt sich sehr gut und erfolgreich chirurgisch therapieren, wenn sie früh und rechtzeitig behandelt wird. Bei einer verspäteten Diagnose oder Behandlung kann die Kiefernekrose jedoch einen komplikationsträchtigen und behandlungsträchtigen Verlauf zeigen. Von besonderer Bedeutung ist daher ein guter interdisziplinärer Austausch zwischen den die antiresorptiven Medikamenten verordnenden Ärzten, den Hauszahnärzten, den spezialisierten Zahnärzten und den Mund-, Kiefer, und Gesichtschirurgen.

Fakten
– Die antiresorptiven Medikamente steigern die Lebensqualität und Lebenserwartung von Patienten mit Osteoporose oder mit malignen Grunderkrankungen und sind häufig ein fester und wichtiger Bestandteil dieser Erkrankungen.

– Die medikamenten-assoziierte Kiefernekrose ist eine seltene, aber ernstzunehmende Nebenwirkung der antiresorptiven Therapie. Das Risiko, an einer Kiefernekrose zu erkranken, ist bei Osteoporose ein Vielfaches geringer als bei einer Tumortherapie, steigt aber mit den Jahren der Einnahme.

– Durch einfache Mittel kann man vorbeugen und das Risiko weiter verringern. Auch wenn das Risiko gering ist, lohnt es sich, jede Kiefernekrose zu verhindern.

Tipps

Fokussuche:
Möglichst vor Beginn der Therapie mit antiresorptiven Medikamenten den Zahnarzt aufsuchen. Ziel ist es vor der Therapie sämtliche Entzündungsquellen (wie z.B. Prothesendruckstellen oder sanierungsbedürftige Zähne) zu beheben.

Gute Mundhygiene:
Mindestens zweimal täglich Zähne putzen. Einmal täglich die Zwischenräume reinigen, mit Zahnseide oder Interdental-Bürstchen. Fragen Sie Ihren Zahnarzt um Rat, damit er Ihnen einen individuellen Mundhygieneplan zusammenstellen kann.

Unter der laufenden antiresorptiven Therapie sollten sie regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung und Verlaufskontrolle gehen.
Ihr Zahnarzt hilft Ihnen nach Ihren Individuellem Risiko und Zahnstatus einen Vorsorgeplan zu erstellen.

Wenn Sie unter der laufenden Therapie Entzündungen an den Zähnen oder am Kiefer bekommen, sollten sie diese zeitnah behandeln lassen. Die kann heutzutage sicher geschehen, wenn man zu einem Spezialisten geht.
Suchen Sie einen spezialisierten Oral-oder MKG-Chirurgen auf der, sich mit der Behandlungunter antiresorptiver Therapie auskennt.

Der interdisziplinäre Austausch zwischen dem Verordner der antiresorptiven Medikamente, dem Zahnarzt und dem MKG-Chirurgen vermeiden unnötige Risiken.
Informative Laufzettel verbessern die interdisziplinäre Kommunikation und verhindern Fehler.

Halten Sie sich fit und bleiben Sie gesund!

Sollten Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit den angegebenen Adressen auf:

Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V.
Kirchfeldstr. 149 – 40215 Düsseldorf
www.osteoporose-deutschland.de

Selbsthilfegruppe (SHG) 393 – Wetter
Tel.: 02302-1710559
E-Mail:
bfo_gruppe393@yahoo.com
Web:
wetter.osteoporose-nrw.de

Selbsthilfegruppe (SHG) 56 – Witten / Herdecke
Tel.: 02302 – 1713095
E-Mail:
debus@bfo-nrw.de
Web:
witten-herdecke.osteoporose-nrw.de

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