Interview mit Daniel Fromme

Interview mit Daniel Fromme

🕓 Lesezeit circa 15 Minuten

Der Artikel „INTERVIEW MIT DANIEL FROMME „Für mich ist es immer wichtig, dass ich mich ununterbrochen entwickle und neu erfinde“ erschien in der EN-Aktuell 02/22. In der Zeitschrift ist nur ein gekürzter Teil des Interviews zu lesen. Das komplette, ungekürzte Interview finden Sie hier – zum Anschauen, Anhören oder Lesen.

 

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Vielen lieben Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast. Ich weiß, Du hast einen engen Terminkalender. Ich habe mir das mal aufgeschrieben, weil ich auch nichts vergessen möchte. Du bist Inhaber einer Tanzschule und einer Werbeagentur, bist Tanzlehrer, Choreograph, Sign Twister, Musiker, Model und Influencer. Habe ich irgendetwas vergessen in der Aufzählung?

Wenn man die Dinge so einzeln durchgehen möchte, glaube ich, hast du nichts vergessen. Ich weiß nicht, ob Du das mit der Musik gesagt hattest, aber prinzipiell sage ich immer: „Ich bin Daniel und alles andere leitet sich davon ab.“. Das heißt, ich würde jetzt nie sagen „Ich bin Model“, das wäre mir sehr fremd. Oder: „Ich bin Social Influencer!“, sondern ich würde immer sagen: „Ich bin Daniel!“ und die Dinge passieren und finden dann halt in den jeweiligen Kategorien statt.

Ich würde gerne mit dem Thema Tanzen anfangen. Du bist Inhaber einer Tanzschule. Wie hast Du überhaupt zum Tanzen gefunden?

Um die Geschichte ein bisschen kompakt zu halten: 2010 war das glaube ich, als ich bei der TV Show Popstars dabei gewesen bin. Ich hatte vorher immer schon getanzt und das war auch eine Liebe von mir, aber ich hatte nie das Bedürfnis, das zu meinem Beruf oder so zu machen. Ganz im Gegenteil, ich wollte eigentlich immer Eventmanagement studieren. Damals ist viel bei mir im Leben passiert. Privat, dass mein Papa sehr krank geworden ist und dass ich zu der Popstars-Sendung gegangen bin. Durch einen Zufall oder durch Schicksal oder Glück oder wie man es nennen möchte, bin ich damals sehr weit gekommen. Und das war natürlich eine Zeit, wo das Fernsehen noch unheimlich groß war. Das heißt, man hatte wirklich ein Millionenpublikum und konnte danach natürlich richtig was daraus machen. Und ich habe nach dieser Sendung dann überlegt, was mache ich jetzt mit dieser Medienpräsenz, wie gehe ich damit um, was meine Zukunft betrifft, was meine Träume betrifft? Ich habe mich dann entschieden, es erstmal zu versuchen und habe einige Angebote bekommen, Touren zu tanzen. Ich habe damals für Jeanette Biedermann eine Tour getanzt, habe für viele andere Musikkünstler gearbeitet und so hat sich das dann quasi immer weiter alles aufgebaut. Wie eine Pflanze, die wächst und gedeiht.

Klassische Tänze wie Walzer oder Foxtrott kannst Du auch?

Nein, ich habe nie eine Tanzausbildung gemacht. Es gibt Tanzausbildungen in Deutschland und ich glaube, man kann heutzutage auch zum Beispiel eine Hip-Hop-Ausbildung machen. Oder wenn man bei einer Tanzschule eine Ausbildung macht geht man, glaube ich, eh alle verschiedenen Bereiche durch. Aber ich komme aus einer Zeit, wo das urbane Tanzen total autodidaktisch war. Das heißt, da ist man ins Jugendzentrum gegangen und man hat Videos geguckt. Wir haben damals VHS-Kassetten aus Amerika bestellt von den krassesten Popping-Tänzern, um das irgendwie erstmal wahrzunehmen. Also das war noch eine ganz andere Zeit und da hatte auch die Hip-Hop-Kultur noch gar kein Ansehen in der konventionellen Gesellschaft. Deswegen, das war alles „learning by doing“.

Du unterrichtest ja auch junge Menschen. Wie begeisterungsfähig sind denn die Jugendlichen für das Tanzen?

Also ich unterrichte jetzt ja wirklich schon fast 20 Jahre. Man mag es kaum glauben, ich glaube es manchmal selber nicht. Die Tanzindustrie hat sich unglaublich verändert, neu erfunden und immer wieder gewandelt. Der Grund, die Motivation, warum junge Menschen tanzen wollen, ist immer noch sehr individuell. Aber wenn man es auf den jetzigen Zeitraum irgendwie fokussiert, da sind natürlich viele in Social Media und sie wollen was können, um sich zu präsentieren. Was manchmal das falsche Motiv ist. Aber das ist doch sehr unterschiedlich und glaube auch sehr individuell.

Gibt es etwas, was Du Deinen Jugendlichen mitgibst, außer Dance Moves und Rhythmusgefühl?

Ich glaube, dass ich ein Tanzlehrer sein möchte, der sehr viel inhaltliche Dinge vermittelt. Ich sage immer, dass es mir nicht das Wichtigste ist, dass sie die krassesten Tänzer werden oder dass wir überall die Nummer eins sind oder dass sie Tausende von Followern haben. Ich möchte schon, dass sie selbstbewusste, starke, kluge und weltoffene Menschen werden. Und natürlich, das, was ich kann, das sorgt für Eindruck. Man kriegt sie damit und hat dann das unglaubliche Glück, seine eigenen Werte, die man für sich wahrnimmt, vermitteln zu können. Und das ist eines der schönsten Dinge an einem Job für mich! Wovon ich auch lange zehre, dass ich einfach wirklich auch Jugendliche, teilweise von acht Jahren bis zum Erwachsenendasein, begleitet habe. Und auch gesehen habe, was das auslösen kann. Nicht nur oberflächlich, dass man irgendwie cool tanzen kann. Ich sage immer, wenn Kinder tanzen und auf der Bühne stehen, die werden bei einem Bewerbungsgespräch immer weniger Probleme haben. Die werden auch bei einer Powerpoint-Präsentation weniger Probleme haben. Es gibt so viele Momente im Leben, wo einem das nutzt, dass man etwas Darstellendes, etwas Körperbewusstes gemacht hat. Ich würde schon von mir behaupten, ich tue mich immer mal schwer mit „Ich bin dies und das“, so dass ich zumindest versuche, auch inhaltlich viel zu vermitteln. Aber nicht mit erhobenem Zeigefinger und auch nicht auf Seminarebene, sondern auf authentische, vom Moment gezeichneten Trainingsstunden.

Du hast vorhin auch den Namen Jeanette Biedermann erwähnt. Mit welchen Promis oder für welche Promis hast Du auch schon bereits tanzen können?

Da muss ich überlegen. Also ich habe in den 20 Jahren unglaublich viel machen dürfen und ich habe bestimmt auch für viele Künstler getanzt, die damals riesengroße Stars waren, die heutzutage aber gar keiner mehr so feiert. Also die letzten Sachen, die ich gemacht habe: ich habe für Sarah Lombardi getanzt, ich bin Choreograph für Julia Beautx gewesen. Julia Beautx ist eine ganz berühmte Influencerin. Ich habe für Jeanette Biedermann die Tour gemacht. Ich habe auch schon für Mario Barth gearbeitet. Also ich müsste überlegen, das fällt dann immer wie so Steine irgendwie. Auch was Unternehmungen betrifft, von Adidas über Yves Saint Laurent bis zur Deutschen Bahn und SAP. Ich glaube, es gibt kaum Unternehmen, für die ich nicht als Tänzer, als Model oder als Show Produzent auf der Bühne gestanden habe.

Zum Beispiel Sarah Lombardi. Plaudere mal ein bisschen aus dem Nähkästchen, ist sie genau so, wie Du sie Dir vorgestellt hast?

Im professionellen Showbusiness ist das natürlich so, dass man ganz oft an die Leute gar nicht so nah herankommt. Das heißt, wenn jemand vor dir sitzt und sagt: “Ich habe für Usher getanzt“ (oder für irgendwelche anderen Stars), bedeutet das nicht, dass der so close mit dem Künstler ist. Das heißt, dass der mal mit dem auf der Bühne stehen durfte. Ich habe Bekannte in der Showindustrie, die ganz berühmt sind, mit denen ich sehr eng bin. Aber ich habe schon für Künstler getanzt, mit denen habe ich nicht mehr als zwei Worte gewechselt. Speziell zu Sarah Lombardi kann ich sagen, dass die ganz lieb war, ganz sympathisch. Sie war auch eine offene Person, aber ich würde da jetzt nicht davon sprechen, dass ich beurteilen kann, wie jemand ist. Das will ich mir nicht anmaßen.

Also eher auf professioneller Ebene.

Ja klar. Wenn man natürlich in diesen Sphären arbeitet, dann geht das natürlich auch professionell zu. Auch was das Verhalten betrifft.

Du hast vorhin auch erwähnt, dass Du in der Casting Show „Popstars on Stage“ warst. Wie ist es dazu gekommen?

Es war damals so, dass ich getanzt habe und dann kam diese Fernsehshow. Und damals hat jemand zu mir gesagt: „Pass auf, geh da mal hin. Es gibt nicht viele Möglichkeiten, wo Tänzer so im Fokus stehen!“. Weil wir ja eher Beiwerk sind, in Deutschland manchmal auch nicht gut behandeltes Beiwerk in der Industrie. Und dann bin ich da einfach mal hingegangen und bin dann da auch durchgekommen irgendwie. Und das war natürlich eine unglaublich wichtige und auch eine Erfahrung, die, wenn die nicht passiert wäre, wahrscheinlich mein Leben nicht so gelaufen wäre, wie es jetzt ist. Das war schon so der Moment, der gezeigt hat, dass da was möglich ist. Die Welt kann dich sehen! Wenn du willst, dann kannst du da rausgehen und den Leuten was geben.

Das war quasi ein bisschen der Urknall vielleicht von dem allen. Vieles basiert ja tatsächlich vielleicht dann wahrscheinlich auf dieser Erfahrung.

Auf jeden Fall. Also nach Popstars habe ich dann angefangen, viel zu unterrichten und zu tanzen. Und wie ich das am Anfang schon mal gesagt habe. Ich sage mal, die Pflanze Daniel (oder wie man das auch betiteln möchte) hat dann ganz verschiedene Formen angenommen. Dann habe ich ausprobiert. Dann bin ich als Model nach Mailand und habe gemodelt. Dann die Tanzschule. Dann wollte ich selber Shows produzieren. Dann war ich in Jugendgefängnissen für Tanzprojekte, in Down-Syndrom-Schulen und habe sehr viel im soziokulturellen Bereich gemacht. Für mich ist es immer wichtig, dass ich mich ununterbrochen entwickle und neu erfinde. Weil ich denke, das ist das Wichtigste, um dauerhaft glücklich zu sein und auch ein schönes Leben zu führen. Stetige Entwicklung. Darauf basiert das eigentlich.

Was ich bewundernswert finde ist, das sind ja alles Dinge, die machst Du ja nicht nur für Dich. Also alles, was Du jetzt vorhin aufgezählt hast, betrifft ja auch andere Menschen.

Auf jeden Fall, aber trotzdem ist das natürlich auch ein ganz großer Teil, dass ich das auch für mich mache. Also das muss man auch ganz klar sagen: egal was man macht, man macht es immer für sich, egal welche gute Tat. Wer behauptet, er mache das nicht auch für sich, ist ein Lügner. Ich denke, das ist sehr ausgewogen. Irgendwo und manchmal gibt es Dinge, da habe ich mich eher im Fokus und sehe gar nicht, wie sich das auf mein Umfeld auswirkt. Und merke dann erst: „Krass, davon hat ja auch dieser oder jener profitiert!“. Und manchmal mache ich auch Sachen, wo ich sage: „Okay, da geht es jetzt nicht um mich“. Das sind Sachen, die ich nicht publiziere. Also wenn ich zum Beispiel Dinge mache, die ich jetzt gerade gesagt habe, die würde ich jetzt nie posten, wenn ich in einem Jugendgefängnis ein Jugendprojekt mache, wenn ich an der Behindertenschule bin oder Flüchtlingsarbeit mache. Das poste ich nicht, weil das nicht meine Art ist. Dann mache ich das gezielt nur dafür und halte mich dann auch da raus als Person. Aber um es kurz zu machen, ich will mir nicht anmaßen zu sagen, dass ich das meiste für die anderen mache. Das ist so Hälfte Hälfte.

Im Rahmen der Castingshow Popstars fällt automatisch immer auch ein Name: Detlef D. Soost. Wie war der Kontakt mit ihm und besteht vielleicht sogar noch Kontakt?

Detlef war, was die Sendung betrifft, einer der Menschen, die mir unheimlich positiv in Erinnerung geblieben sind. Ich habe auch immer wieder mit Detlef zu tun gehabt in der Zeit. Ich habe zum Beispiel für das Michael Jackson Musical „Beat it“ einen Beitrag geleistet und das hat Detlef auch zur Hälfte mitchoreografiert. Da habe ich ihn dann auch mal wiedergetroffen, wir haben so ein bisschen gesprochen. Popstars ist halt eine Fernsehsendung. Da geht es ja auch viel um redaktionelle Dinge und gewisse Dinge müssen passieren, damit der Zuschauer schaut. Detlef ist halt Detlef, aber auch da, genau wie bei allen anderen, will ich nicht behaupten, dass ich wirklich weiß, wer er ist. Genauso wenig wie er weiß, wer ich bin. Also er weiß, wer ich bin und wenn irgendwas ist und man sich sieht, dann kennt man sich auch. Aber der ist ja mittlerweile sehr weit weg vom Tanzen und macht viel mehr diese Fitnessdinge. Er hat mit seinem „I can make you sexy“-Stuff ja auch sehr viel Geld gemacht.

Eine weitere Leidenschaft von dir ist die Musik. Dein letztes YouTube-Video, das du hochgeladen hast, ist sehr emotional und ein sehr persönliches Lied. Es geht in dem Lied um die Verarbeitung von Trauer, weil Dein Vater verstorben ist. Kann man sagen, dass Du mit diesem Lied diese Trauer verarbeitet hast?

Bei dem Song „Papa“ ist das so, dass ich den Song viele Jahre nach dem Tod meines Vaters geschrieben habe, worüber ich auch sehr dankbar bin, weil ich glaube, wenn man das kurz nach so einem Erlebnis macht, kommt da künstlerisch etwas ganz anderes raus, als wenn Zeit dazwischen ist und wenn Wunden heilen können. Und ich glaube, deswegen hat der Song auch etwas sehr hoffnungsvolles oder so eine positive Unternote. Dadurch, dass das so viele Jahre her war, würde ich nicht von Verarbeiten sprechen. Ich würde eher davon sprechen, dass ich meinen Papa für eine kurze Zeit nochmal zum Leben erweckt habe. Weil viele Menschen kannten meinen Vater, aber wenn ein Mensch fünf, sechs Jahre tot ist, dann wird nicht mehr über ihn geredet, ist ja klar. Aber mit dem Lied, mit diesen Bildern, haben sich so viele Menschen bei mir gemeldet mit„Ach, dein Vater früher“ und „Ich musste daran denken…“. Und so hatte ich für mich schon das Gefühl, „Krass, du hast es irgendwie geschafft, den nochmal gedanklich zum Leben zu erwecken!“ Und das war mein Ziel. Und wenn ich heutzutage sehe, das ist jetzt knapp ein Jahr online, ich glaube, der Song geht auf die 500.000 Klicks zu, also eine halbe Million. 60.000 davon bei YouTube, viele fremde Menschen. Bei TikTok haben mir Menschen Videos geschickt von ihren verstorbenen Eltern in Kombination mit diesem Song. Das hat emotional so viel ausgelöst, dass ich danach an so einem Punkt war, wo ich gesagt habe: „Jetzt bräuchte ich eigentlich gar keine Musik mehr machen!“. Weil mir ging es gar nicht um Karriere mit Musik. Wenn so was passieren würde, wäre ich dankbar. Aber mir geht es darum, Menschen meine Kunst zu zeigen und vielleicht etwas auszulösen. Und danach habe ich mir gedacht: „Krass, habe ich auch geschafft!“.

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Wenn man die Aufrufzahlen in Augenschein nimmt und die vielen Kommentare und Rückmeldungen, die Du bekommst, können sich wahrscheinlich viele Menschen mit diesem Lied identifizieren.

Ja, klar. Ich glaube, Verlust, Krebs, Krankheit, das Auseinandersetzen damit ist ein Thema, wo jeder Mensch eigentlich früher oder später mal mit zu tun hat. Und deswegen ist da natürlich eine große Identifikationsfläche. Ich glaube, dass man hört, dass das auch echt ist. Ich glaube, es gibt ganz viele Hip-Hop-Songs und ich bin ein absoluter Hip-Hop-Nerd, die einfach sehr kitschig sind. Aber ich glaube, der Papa-Song, da sind einfach so ein paar so einfache Sätze drin, so Konstellationen, wo man einfach fühlt, dass das echt ist. Das ist zumindest meine Empfindung, wenn ich das selber als Künstler höre.

Du hast bei Instagram fast 100.000 Follower. Bei TikTok sind es glaube ich 60.000. Nicht wenig für einen Tanzlehrer aus Schwelm, oder?

Ja, da habe ich natürlich auch viel Zeit reingesteckt. Das ist auch Arbeit gewesen, wobei sich das durch TikTok ein bisschen verändert hat. Ich habe früher immer gesagt, ich bin auf gar keinen Fall Social Influencer, sondern ich bin Daniel und begleite mein Leben bei Instagram mit Bildern und mal einem Video und die Leute können es sich anschauen. Das Modeln und Tanzen sind ja immer schon Sachen, die Menschen sich gerne anschauen, ganz egal, wie jetzt jemand in echt aussieht. Ich habe dann damals mit Instagram angefangen. Auch sehr spät erst. Also ich hätte viele Jahre vorher anfangen sollen, aber habe es dennoch geschafft, mittlerweile jetzt doch 106.000 Follower zu haben. Auch mit einer Verifizierung. Ich bin dann durch Corona zu TikTok gekommen und baue mir da jetzt auch etwas auf. Es ist eine ganz andere Fläche als Instagram, aber auch eine tolle Möglichkeit, um mit Menschen in Kontakt zu kommen, sich zu präsentieren, sich auszutauschen, aber auch den Menschen was zu geben. Mal sehen, wohin diese Reise noch geht. Ich bin da hoch ambitioniert, ich habe da meine Ziele, in welche Richtung ich in den nächsten Jahren gehen möchte. Und ich bin auch davon überzeugt, dass ich das erreichen werde und werde weiter Gas geben und gucken, was da so möglich ist.

Also Du produzierst auch Content, aber es ist jetzt nicht so, dass Du jede Woche ein neues Tanzvideo beispielsweise hochlädst.

Nein, also TikTok fütter ich momentan schon sehr viel, aber ich muss dazu einfach sagen, mir fällt es einfach Null Komma Null schwer. Wir beide kennen uns jetzt auch nicht so gut, ich weiß nicht, wie Du es empfindest! Aber ich kack Dir da die Beiträge hin , und damit ist nicht mit gemeint, dass das schlechte Qualität ist, sondern dass ich einfach ein Gehirn habe, was dafür geboren ist. Ich setze mich einfach hin, es dauert keine zehn Sekunden, ich habe einen Einfall für ein Video, wo ich denke, damit könnte ich die Menschen catchen. Man muss ja auch sehen, diese Portale haben sich ja auch sehr verändert in den letzten Jahren, auch Instagram. Früher habe ich da schon jeden Tag ein Posting gemacht, aber das ist jetzt nicht mehr notwendig, weil die Plattform sich halt so verändert hat, dass es nicht mehr viel Sinn macht, als Creator diese Plattform täglich mit Content zu füllen.

Und als ob das nicht schon genug wäre, bist du auch Inhaber einer Werbeagentur, die dafür bekannt ist, Schilder zu drehen, also Sign Twisting. Was hat es damit auf sich?

Das Sign Twisting kommt eigentlich aus Amerika und ist eine Kunstform, wo Akrobaten, oder wie man sie betiteln möchte, mit Boards Tricks machen. Auf diesen Boards stehen dann Werbebotschaften oder eine andere Botschaft. Und das Tolle daran ist, dass es eine Kunstform ist, die den Zuschauer dazu bringt hinzuschauen: “Was steht denn auf diesem Board?“ Und das ist natürlich für die Werbebranche ein absoluter Glücksfall, weil man heutzutage überall Werbung sieht und so viel an einem vorbeigeht. Aber wenn man im Kopf das Gefühl hat, dass man mal schauen will, was da drauf steht, dann setzt sich das natürlich in den Konsumenten. Und das mache ich jetzt auch seit fünf, sechs Jahren. Ich selber bin gar nicht so als Sign Twister unterwegs. Ich kann das nur sehr begrenzt, aber ich habe Jungs in ganz Deutschland, die auf Produktionen für mich sind. Das sind ganz unterschiedliche Sachen. Das geht von großen Tanz-Shows mit Sign Twistern (habe ich jetzt für die Deutsche Bahn choreografiert) bis zu Massenveranstaltungen, wo auf einen Stand hingewiesen wird.

Oder klassische Sportveranstaltungen, Schwelmer Baskets zum Beispiel?

Genau, die Baskets sind auch viele Jahre ein ganz wichtiger Partner von mir, vor allen Dingen hier im lokalen Bereich, wo ich ja manchmal gar nicht so viel vorhanden bin. Das heißt, ich habe ja immer große Dinge gemacht, aber so in meinem kleinen Schwelm bin ich gar nicht so viel gewesen. Jetzt langsam fange ich an, auch hier meine Schritte zu gehen und die Baskets waren trotz dessen, dass ich nicht so viel hier aktiv war, immer ein guter Partner. Eine tolle Möglichkeit auch für die Kinder, sich zu präsentieren oder für lokale Kunden per Sign Twisting auf ihr Unternehmen aufmerksam zu machen.

Denkst Du, dass Du das weiterhin alles unter einen Hut zu bringen kannst? Oder gibt es vielleicht etwas, wo Du in der nächste Zeit Deinen Schwerpunkt setzen möchtest?

Das kann ich gar nicht beantworten, denn bisher ist das eine fließende Sache. Ich habe manchmal gar kein richtiges Zeitmanagement. Ich stehe einfach morgens früh auf und sag e mir: „So, bis ich jetzt schlafen gehe, mache ich Sachen, die irgendwie eine Auswirkung auf mein weiteres Leben haben könnten.“. Es gibt immer Phasen, da kümmere ich mich mehr um die Tanzschule. Jetzt zum Beispiel, ich sag mal Anfang November bis Ende Januar ist eine ganz wichtige Zeit für die Tanzschule. Da kommen die Kunden, da wird das Wetter schlechter, da kann man Akquise dafür machen. In den Sommerferien habe ich gar keinen Unterricht, da mache ich dann ganz viele Produktionen oder schreibe meine nächste Platte. Die Frage ist, kommt irgendwann der Punkt, wo es so krass einschlägt in irgendeinem Bereich, dass der meine Zeit fordert? Sprich, wenn morgen Universal vor mir sitzt und sagt: „Hier Jung, wir machen dir das Angebot, aber dann machst du nur Musik!“, da muss ich den Weg vielleicht auch mal für ein Jahr gehen. Oder wenn es morgen explodiert und ich habe auf einmal 1 Million Follower bei TikTok und 50 Werbefirmen kommen an, die irgendwelche coolen Sachen mit mir machen wollen, da muss ich vielleicht meine Zeit nur da reinstecken. Aber dann macht es ja auch Sinn, weil es sich rechnet.

So oder so, wir werden alles Weitere auf Deinen Social Media Kanälen natürlich verfolgen. Eine letzte Frage, die wir all unseren Interviewpartnern stellen. Gibt es eine Gegend hier im Ennepe-Ruhr-Kreis, wo Du richtig gut abschalten kannst, wo Du gut runterkommst, gibt es einen Lieblingsspot bei uns in der Nähe, den Du uns empfehlen könntest?

Ich kann mich eigentlich überall gut entspannen. Ich würde jetzt nicht einen bestimmten Punkt nennen wollen, weil man damit die anderen Punkte vielleicht ausschließt. Es kommt ja auch immer auf das Moment an, es gibt Tage, da ist man sehr gern an einem Ort und am zweiten Tag ist man da vielleicht nicht so gerne, aber ich wüsste jetzt nicht so einen ganz bestimmten Ort.

Daniel, vielen lieben Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast. Alles erdenklich Gute für Deinen weiteren Weg.

Ich danke auch, vor allen Dingen fürs Zuhören, weil das ist ja schon viel und viel hin- und hergesprungen. Ich habe schon im Vorfeld gedacht: „Okay, wie kannst du das irgendwie auch rund für die Leute machen, dass du nicht so viel hin- und herspringst!“. Ich hoffe, das ist mir vielleicht im Ansatz gelungen. Also, liebe Zuschauer und Zuhörer, wenn es ein bisschen durcheinander war, entschuldigt.

Ich denke mal, dass wir einen einen schönen Einblick gewinnen konnten. Nochmal alles erdenklich Gute und vielen lieben Dank, Daniel.

Ich danke auch vielmals.

Daniel Fromme
DAFT Dance Center
www.daftdance-center.de

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