Interview – Claus Kaiser mit Steve und Kathi Lausberg

Interview – Claus Kaiser mit Steve und Kathi Lausberg

Lesezeit ca.: 5 Minuten

Gespräch mit Steve und Kathi Lausberg zum 7. Eisenfest

Claus Kaiser

Steve und Kathi, vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für dieses Gespräch nehmt. Am 11.11. startet die bereits 7. Auflage des EISESFESTES im Jugendzentrum in Schwelm. Wie kam es eigentlich zu dem Namen?
Steve Lausberg lacht.“ Ja, am 11.11. Wir können auch lustig“ meint er im Hinblick auf die am gleichen Tag startende Karnevalssession. „Die Idee und der Name stammt von einem alten Kumpel von mir. Der spielte vor einigen Jahren in einer Metal-Band. Nach einem Konzert sprach er mich an und fragte, hast du nicht Bock mal etwas richtig Lautes auf die Beine zu stellen? Etwas, was so richtig kracht. Und dann nennst du das Ganze „Eisenfest“. Und die Idee gefiel mir. Und so kam es dann irgendwann zum 1. Eisenfest.“

Hättest du oder ihr damals daran gedacht, dass dieses Eisenfest zu einer festen Größe in der Musiklandschaft Schwelms werden würde und schon lange über die Stadtgrenzen hinaus einen guten Ruf in der Szene hat?
Steve: „Na ja. Der erste Achtungserfolg damals war schon klasse und schrie förmlich nach Wiederholung. So ist es ja dann auch gekommen.

Du und deine Frau Kathi seid inzwischen bekannt für eure zahlreichen Veranstaltungen hier in Schwelm. Neben dem Eisenfest veranstaltet ihr Meltal-Abende im Rahmen der „Return-of-Rock-Reihe“ in der Musikkneipe Nordpol und engagiert euch auch für Benefizkonzerte zu Gunsten des Schwelmer Freibades. Wie gelingt es Euch eigendlich, immer neue Bands zu finden, die in Schwelm auftreten möchten? Darunter sind ja inzwischen auch Bands, die auf größeren Festivals und vor größerem Publikum spielen.
Steve: „Da gibt es eigentlich drei Wege. Gerade das Eisenfest hat inzwischen auch überregional einen guten Ruf. Nicht nur bei den Fans, auch bei den Bands. Es wird viel berichtet zum Beispiel in Facebook oder auch bei YouTube. Die Bands sehen das und bewerben sich ganz einfach bei mir. Ich lasse mir dann Demo-CDs schicken, hör mir alles in Ruhe an, und wenn ich der Meinung bin, dass ist was, dann lade ich sie ein. Ein anderer Weg sind Leute die Ahnung haben und viele Konzerte besuchen. Die funken mich dann an und sagen, ey Steve, hab heute ne geile Band gehört. Die musst du unbedingt holten. Dann nehme ich von mir aus Kontakt zu der Band oder dem Agenten auf. Und natürlich besuch ich auch Konzerte und habe viele Kontakte. Wenn ich selbst ne gute Band sehe, spreche ich die einfach an.“

Wie sieht es aus mit Gagen?
Steve . „ Wir möchten vor allem eines: Den Leuten ein gutes Konzert für kleines Geld bieten. Die Gewinnmaximierung spielt für uns keine Rolle. Und das sage ich auch immer bei Verhandlungen mit den Bands oder den Agenturen. Bei unbekannten Bands ist es oft kein Problem. Die suchen und erhalten die Möglichkeit, mal im Rahmen eines geilen Konzertes zu spielen. Bei den Headlinern gehört viel Verhandlungsgeschick und Überzeugungskraft dazu. Ich zeige immer, wie viel Herzblut für mich in einer solchen Veranstaltung steckt. Dann geht’s hin und her und fast immer sind die Bands bereit, Zugeständnisse zu machen und für ein bisschen Spritgeld, freies Essen und Trinken und eventuell einen Schlafplatz zu spielen. Manche Bands nehmen sogar eine lange Anfahrt in Kauf. In diesem Jahr kommen Traitor aus Bahlingen, Mercury Falling aus Fulda und Torian aus Paderborn. Vor allem aus Bahlingen und Fulda sind das schon ein paar hundert Kilometer Anreise.

Manchmal haben wir ein bisschen Glück. Wenn eine Band auf Tour ist und an unserem Tag einen „Off-Day“ hat, heißt es schon mal, ok, dann spielen wir bei dir bevor wir aufm Sofa rumhängen.

Also Geld verdienen spielt nicht die Hauptrolle bei euch. Wo liegt eure Motivation, eine Veranstaltung wie das Eisenfest zu stemmen. Da steckt doch auch sicher eine Menge Arbeit hinter.
Steve: „Ohne meine Frau Kathi könnte ich das gar nicht schaffen. Sie steht voll hinter mir und übernimmt viel Organisatorisches , um dass ich mich dann zum Glück nicht mehr kümmern muss.
Kathi: „ Alles muss vor allem Spaß machen. Und es tut gut, wenn man von den Fans ein positives Feedback bekommt.“
Steve: „Ja, es macht Spaß, wenn so eine Sache wie das Eisenfest angenommen wird. Wenn Fans, die Band und auch ich selbst viel Spaß hatten und hinterher sagen: Ey, was war da wieder ein geiler Abend. Und dann noch hier in Schwelm, in meiner Stadt!.“

Wie lange dauert es, bis so ein Eisenfest steht?
Steve: Nach dem Eisenfest ist vor dem Eisenfest. Alles in allem ein gutes Jahr an Vorbereitung ist da schon fällig. Ich habe jetzt schon Notizzettel für das Eisenfest 8, 2018, an der Wand hängen. Das fängt mit der Bandauswahl an, wobei ich mir immer Mühe gebe, für jeden Geschmack etwas anzubieten. Dann die Verhandlungen, Terminabsprachen, Vertragsverhandlungen, Fleyer drucken, Plakate drucken. Und je näher der Tag X rückt, desto mehr ist zu tun. Fleyer und Plakete verteile ich selbst, z.B. auf den Sommerfesten oder Kirmessen hier in der Umgebung. Am schlimmsten ist natürlich der Veranstaltungstag selbst. Aufbau, Bands versorgen, Soundcheck, Grill- und Getränke vorbereiten u.s.w. Zum Glück hat sich im Laufe der letzten Jahre aus meinem Freundeskreis ein tolles Helferteam gebildet. Der eine macht Grill, die andere Kasse, Wertmarkenverkauf oder was auch immer anfällt. Und da ja jeder auch was von der Musik mitkriegen will, ist jeder Posten doppelt besetzt. Die Organisation der Helfer übernimmt Kathi.

Ein paar Wochen nach dem Eisenfest laden wir dann alle Helferinnen und Helfer noch mal zum Wintergrillen ein. Da werden dann die Reste verzehrt. (lacht). Und natürlich über den Abend gesprochen. Was war besonders gut, was war gut oder was war weniger gut. Wir freuen uns über jedes Feedback und sind auch für Kritik offen.
Kathi: „Wenn ich da mal was zu sagen darf. Ich bin von Haus aus eigentlich kein Metal-Fan. Die Fans aber, und das sage ich aus voller Überzeugung, sind die nettesten und friedlichsten die man sich vorstellen kann. Alle kommen zusammen um einfach einen schönen Abend mit ihrer Musik zu haben. Da gibts keine Krawalle, Schlägereien oder so. Bei uns hatte die vorgeschriebene Security noch nie Anlass, einzuschreiten.“
Steve: „Und wenn tatsächlich mal einer dabei ist, der ein Bier zu viel getrunken hat, den bitte ich dann freundschaftlich, jetzt nach Hause zu gehen. Und biete ihm an, dafür beim nächsten mal umsonst reinzukommen. Braucht mir nur ne Mail schreiben. Das wirkt immer.“

Kathi und Steve, vielen Dank für diesen Blick hinter die Kulissen des Eisenfestes.

Wir wünschen euch, den Bands und natürlich euren Fans für das bevorstehende Eisenfest 7 und alle weiteren ganz viel Erfolg und natürlich allen viel Spaß.

Gespräch mit Claus Kaiser

In Kürze werden wir 3×2 Eintrittskarten verlosen! Also gut aufpassen!

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