Pressekonferenz – Transparenz bei den EN-Baskets Schwelm

Pressekonferenz – Transparenz bei den EN-Baskets Schwelm

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Am Montag, den 02. Mai luden die EN-Baskets Schwelm zu einer Pressekonferenz ein, um viele offene Fragen zum Thema „Finanzielle Situation“ der EN-Baskets Schwelm der letzten fünf Jahren zu beantworten. Unser Redakteur Claus Kaiser war für uns Vorort:

Um den kursierenden Gerüchten und Fehlinformationen entgegenzutreten und öffentliche Transparenz herzustellen, luden die Geschäftsführer der EN-Baskets GmbH Omar Rahim und Michael Kersthold sowie Gesellschaftervertreter Kai Wicke, zur Bilanzpressekonferenz.

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v. Links: Omar Rahim, Michael Kersthold und Kai Wicke

Als sich die drei heutigen Gesellschafter der EN-Baskets GmbH, Wicke, Stoffels und Lusebrink im Juli 2014 zusammensetzen, um über die weitere Zukunft der Baskets zu beraten, war die Situation dramatisch. Man stand vor der Entscheidung, Insolvenz anzumelden oder den „Betrieb“ auf professionelle Beine zu stellen. Die Insolvenz hätte das Aus für den Basketball in Schwelm bedeutet.

Die drei entschlossen sich, die damalige EN-Baskets UG (haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft), welche mit einem Haftungskapital von 600,– Euro ausgestattet war, für 1,– Euro zu kaufen und in eine GmbH umzuwandeln. Der Verlustvortrag der UG betrug zu diesem Zeitpunkt 36.000,– Euro. Hinzu kamen offene Forderungen in Höhe von 30.000,– Euro, wovon ein Großteil auf nicht gezahlte Beiträge zur Berufsgenossenschaft, Krankenkasse und Versicherungen für die Spieler entfiel.

Ausgestattet wurde die neu gegründete EN-Baskets GmbH mit einem Grundkapital von 27.000,– Euro, wovon jeder Gesellschafter 9.000,– Euro hält. Zusätzlich brachte jeder Gesellschafter 15.000,– Euro ein. Kapital das benötigt wurde, um Schulden zu begleichen und das operative Geschäft weiterführen zu können.

Durch Bündelung aller Kräfte, starker Ausgabendisziplin und sehr viel persönlichen Engagements ist es gelungen, dass Geschäftsjahr 1014/15 mit einem Gewinn von 17.000,– Euro abzuschließen. Wobei alle offenen Verbindlichkeiten bezahlt sind.

Inzwischen ist ein weiterer Gesellschafter, der die gleichen Einlagen geleistet hat, in die GmbH eingetreten. Wie Kai Wicke als Sprecher der Gesellschafter betonte, handele es bei der GmbH um eine gemeinnützige Gesellschaft. Gewinn dürfen nicht entnommen werden sondern verbleiben in der Gesellschaft. So soll langfristig der Geschäftsbetrieb sichergestellt werden.

Leider begann in der Folgezeit die Zeit der sportlichen Misserfolge, welche zum Ende der Saison 2015/16 mit dem Abstieg aus der 2. Basketball-Bundesliga Pro B in die Regionalliga endete.

Das Ziel für die kommende Saison ist klar formuliert: Wiederaufstieg!

Die Vorbereitungen für die Regionalligasaison, welche im September beginnt, laufen auf Hochtouren. So wurden bereits Verträge mit einigen „Kernspielern“ verlängert. Für den Rest des Teams wird der neue Trainer verantwortlich sein, der schließlich mit dem Team arbeiten muss. Auch in der Trainerfrage sind die Verhandlungen weit fortgeschritten, jedoch wollte Kai Wicke erst Namen nennen, wenn „die Tinte rechts unten auf dem Vertrag“ trocken ist.

Mit einem Etat von 200.000,– Euro wird man in der Regionalliga annähernd den gleichen Etat wie in der Pro B – Serie zur Verfügung stellen. Man liege dabei, so Wicke, im oberen Drittel der Regionalligateams. Kai Wicke betonte ausdrücklich, dass es sich bei der Summe von 200.000,– Euro um den Etat für den gesamten Betrieb handele, einschließlich aller Abgaben und Gebühren. Alleine die Abgaben zur Berufsgenossenschaft würden mit 16.000,– Euro zu Buche schlagen. Wegen des großen Verletzungsrisikos sei man in eine extrem hohe Gefahrenklasse eingestuft.

Allerdings bedeute der Abstieg in die Regionalliga finanziell gesehen auch eine Chance. So seien die Fixkosten gut 36.000,– Euro niedriger als in der 2. Bundesliga Pro B. Insgesamt sei man gut aufgestellt. Böse Überraschungen sind nicht zu erwarten. Selbst das Finanzamt hat bereits ohne Beanstandungen sein prüfendes Auge auf die Gesellschaft geworfen, ist Kai Wicke, als Wächter der Finanzen, sichtlich stolz auf das Erreichte.

Die kaufmännische Verantwortung liegt bei den beiden Geschäftsführern der GmbH. Sie werden vom bisherigen Vorstand unterstützt, welcher nun als Beirat der GmbH fungiert.

Das bisherige Kompetenzteam der EN-Baskets bleibt erhalten. Alle arbeiten engagiert am Ziel Wiederaufstieg und daran, dass dieser attraktive Sport im EN-Kreis weiter betrieben werden kann. Wobei nicht ohne Stolz auf die Auswirkungen im Breitensport hingewiesen wurde. So gebe es inzwischen 15 Arbeitsgemeinschaften (AG´s) in Grundschulen und Kindergärten, die von Basketsspielern betreut würden. Die Nachfrage nach weiteren AG´s wächst ständig, auch über das Kreisgebiet hinaus.

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Bericht und Foto: Claus Kaiser

Aus dieser sehr interessanten Pressekonferenz wird deutlich, das die EN-Baskets Schwelm in den Spielzeiten von 2011 bis 2014 nicht unbedingt kaufmännisch gewirtschaftet haben, sprich sich sportliche Erfolge auf Pump geleistet hatten. Nach der „Rettung“ und Gründung der GmbH musste man in der aktuellen Saison jedoch sportlich eine Niederlage einstecken. Die EN-Baskets hatten sich die Saison anders vorgestellt, doch lieber bleibt der sportliche Erfolg mal aus, statt finanziell am Ende zu sein, so das Fazit.

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