Goldemars Kolumne | Jan-Feb 2016

Goldemars Kolumne | Jan-Feb 2016

🕓 Lesezeit circa 2 Minuten

Jahrhunderte lang unsichtbar zeige ich, der Zwergenkönig, nun Gesicht, um mich zum Geschehen in diesem Landkreise zu Ă€ußern. 

Da saß ich letztes Wochenende mal wieder bei einem frisch gezapften Alt in einer GaststĂ€tte in Ennepetal und lauschte den angeregten GesprĂ€chen der Menschen um mich herum. Wie schon so oft in diesen Tagen hörte ich die Leut von all ihren VorsĂ€tzen fĂŒr das neue Jahr sprechen. WĂ€hrend der eine schwor von nun an gesĂŒnder zu essen, erzĂ€hlte der nĂ€chste von seiner neuen Anmeldung im Fitness-Studio, wĂ€hrend der nĂ€chste stolz berichtete, er wĂŒrde ab Januar nun einen Englischkurs beginnen. Ich konnte nur mein Haupte schĂŒtteln, kenne ich doch das Menschenvolk und ihre guten VorsĂ€tze, die keine zwei Wochen halten. Wie sagte dieser Herr Goethe einst: „Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun!“.

Wer 2016 allerdings wirklich aktiv werden möchte, sind die Unternehmer der Stadt Ennepetal. Um einer Erhöhung der Gewerbesteuer zu entgehen, versprechen sie der Stadt fĂŒr 2016 eine Spende in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Ich bin mir sicher, dass dieser Vorsatz von den Ennepetaler Firmen ohne Zögern eingehalten wird; ist dies doch schließlich ein guter Handel fĂŒr die großen Unternehmer der Stadt. Statt mehr Steuern aufgebrummt zu bekommen, die fest und regelmĂ€ĂŸig gezahlt werden mĂŒssen, ist es doch viel angenehmer eine selbstbestimmte Summe an Geld abzutreten. BĂŒrgermeisterin Imke Heymann sieht in dieser Regelung sogar einen echten Erfolg, schließlich mĂŒsse Ennepetal attraktiv fĂŒr Unternehmer bleiben.

Bei der beliebten kabarettistischen Karnevalssitzung „Geierabend“ in Dortmund gewinnt Ennepetal fĂŒr diese Idee nun den Anti-Orden „Pannekopp 2016“. Da hab ich mir vor Lachen meinen dicken Zwergenbauch halten mĂŒssen! Die Geier sprechen von einer „sizilianischen Steuerpolitik“ und machen sich darĂŒber lustig, dass die sogenannte Spende der Unternehmer, die ein Ersatz fĂŒr einen nicht erhöhten Steuersatz ist, sogar unter „GemeinnĂŒtzigkeit“ lĂ€uft. „Du kannst jetzt Deinen Steuerersatz von der Steuer absetzen“, witzeln sie und beenden den Spaß mit den Worten: „Wenn Du demnĂ€chst nachts von der Polizei angehalten wirst, sagst Du einfach: ,Scheiß Knöllchen. Wie wĂ€r’s mit ‘ner kleinen Spende fĂŒr den Polizeichor?’“. Scheinbar kennen die Ennepetaler Kaufleute das Geheimnis eines erfolgreichen Vorsatzes: Er muss sich nur deutlich im Geldbeutel bemerkbar machen, damit der Mensch die Disziplin aufbringt, ihn auch zu halten!

Mit freundlichem GlĂŒckauf,
Euer König Goldemar

No Comments

Post A Comment