Goldemars Kolumne | Juli 2017

Goldemar – Die Qual mit der Wahl

Der Sommer hat gerade Einzug gehalten und viele Menschen genießen die warmen Tage. Das hektische Alltagsleben macht ein wenig Pause in diesen Sommerwochen. Selbst in der Politik kehrt Ruhe ein, gar manche sprechen vom Sommerloch, welches aber von der geneigten Presse mit allerlei Spekulationen und Gerüchten aufgefüllt wird. Kurz vor der Sommerpause hat das Parlament noch mal kräftig in die Tasten gehauen und mit Mehrheit gegen die Stimmen der Erzkonservativen die „Ehe für alle“ beschlossen. „Endlich!“ – denkt auch der weltoffene Zwerg. Auf jeden Fall ist mit diesem beschlossenen Gesetz ein großes Wahlkampfthema vom Tisch. Apropos Wahlkampf. Der tritt ja nun bald, Ferien hin oder her, in seine heiße Phase. Als letzte große Partei hat die Union ihr Wahlprogramm nun vorgelegt, das im Wesentlichen ja aus „Merkel“ besteht. Gespickt mit den üblichen Bonbons wie „Steuersenkungen auf breiter Front“, „Arbeit für alle“, „mehr Sicherheit“ und so weiter und so fort.

Die Sozialdemokraten haben sich auf ihre ursprünglichen Werte besonnen. Lokführer und Möchtegernkanzler Schulz verspricht im Falle des Wahlsiegs „Gerechtigkeit für alle“. Steuererleichterung für die kleinen – und mittleren Einkommen, dafür sollen die Gutverdiener ein bisschen mehr berappen. Dafür gibt es dann noch kostenlose Kitaplätze und so einiges anderes. Den Linken geht das alles nicht weit genug. Sie legen lautstark die Finger in die offenen Wunden, fordern radikal den Rückzug der Bundeswehr aus allen Kriegsgebieten, fordern ein Verbot von Handel mit Kriegsgütern und die großzügige Besteuerung der Reichen zu Gunsten der Ärmeren. Vielleicht alles gar nicht so falsch und abwegig. Aber die ungeschminkte Wahrheit findet keine Mehrheit. Auch die Grünen erinnern sich wieder schwach an ihre Anfänge und setzen auf die saubere Umwelt als Thema Nummer eins. Hatten wir auch schon mal. Für die Gelben wirbt sicher wieder ein entspannter Christian Lindner in lässiger Pose mit Dreitagebart auf den Plakaten um Wählerstimmen. Das muss reichen. Die beiden letztgenannten brauchen sich auch eigentlich keine großen Gedanken machen. Mit ein klein wenig Glück sitzt eine, wenn nicht sogar beide Parteien mit am Kabinettstisch. O ja. Da wäre ja noch die leidige AfD. Noch vor wenigen Monaten der Shootingstar bei den Landtagswahlen. Das Sammelbecken der Rechten und Unzufriedenen. Schien der Wählerfang mit Naziparolen noch vor kurzem von Erfolg gekrönt zu sein, hat die parteiinterne Selbstzerfleischung in den Meinungsumfragen Spuren hinterlassen.

Nicht wählen gehen ist ohne Zweifel die schlechteste Lösung

So hofft der schreibende Zwerg, dass es die Spitzenkandidaten Weidel und Gauland noch schaffen, diese überflüssige Gruppierung unter die 5% Marke zu wirtschaften. Auf jeden Fall hören wir wieder jede Menge Wahlversprechen, von denen die Versprecher nach der Wahl behaupten, sie haben sich versprochen. Sei es, wie es ist. Auf wirkliche Veränderungen werden wir vergeblich warten. Das „Weiter so“ wird unsere politische Zukunft bestimmen. Und der kleine Zwerg tippt erneut auf die Große Koalition unter „Muttis“ Führung.

Aber wir alle haben das Glück, dass wir in einer Demokratie leben und – wie es unlängst ein Zeitgenosse in einem sozialen Netzwerk ausdrückte – selbst bestimmen können, von wem wir – verzeiht den Ausdruck – „verarscht“ werden wollen. Lasst uns also alle unser Recht wahrnehmen. Machen wir es zu unserer Pflicht! Nicht wählen gehen, ist ohne Zweifel die schlechteste Lösung.

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