Interview mit Daniel Hinzmann

Interview mit Daniel Hinzmann

🕓 Lesezeit circa 14 Minuten

Der Artikel „INTERVIEW MIT DANIEL HINZMANN – Ich möchte mich diesen Mechanismen nicht anpassen, ich möchte es so machen wie es mir gefällt!“ erschien in der EN-Aktuell 04/20. In der Zeitschrift ist nur ein gekürzter Teil des Interviews zu lesen. Das komplette, ungekürzte Interview finden Sie hier – zum Anschauen, Anhören oder Lesen.

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Neben mir sitzt Daniel Hinzmann, Singer/Songwriter aus Schwelm, vielen vielleicht auch bekannt als Bandmitglied von „Smithy“. Erst einmal vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst, uns Rede und Antwort zu stehen. Es gibt eine Frage, die stellt man Künstlern sehr oft. Was hat Dich zur Musik gebracht? Ich habe mir sagen lassen, bei Dir war es eine gebrauchte Gitarre, kann das sein?

Das ist eine längere Geschichte. Wir haben damals zusammen mit ein paar Freunden hier in Schwelm im Fußballverein gespielt und hatten dann Interesse, eine eigene Band zu gründen. Da waren wir 14, es konnte aber im Vorfeld noch keiner irgendein Instrument spielen, geschweige denn hat damit etwas zu tun gehabt. Ich hatte mir dann von meinem Vater eine Gitarre besorgt. Der die eigentlich nur als Deko-Objekt bei sich hängen hatte. Wir sind dann zu viert in einen Proberaum gegangen und haben irgendwie drauflos gespielt, uns irgendwelche Klamotten angeguckt, die wir damals von irgendwelchen Bands nachgespielt haben, die wir toll fanden. So ging das Ganze dann los. Das war mehr Krach als wir Musik gemacht haben. Dann haben wir irgendwann angefangen, eigene Stücke zu schreiben, das war dann eher in die Richtung Punkrock.

Hast Du Musik schon in den Genen, durch Deinen Papa oder so?

Ich würde sagen ja. Aber mein Vater ist selbst kein Musiker, also er kann kein Instrument spielen. Aber er ist leidenschaftlicher Musikhörer. Er sammelt Schallplatten, zu Hause hat er über 4000 – 5000 Schallplatten, glaube ich.

Das heißt, vielleicht hast Du Dir schon im Unterbewusstsein die Musik angeeignet.

Ja, wahrscheinlich. Ich habe all die ersten Konzerte auch zusammen mit meinem Vater besucht, wurde also schon so ein bisschen dahin geführt

Ich selber weiß aus eigener Erfahrung, ich habe auch mit der Gitarre angefangen. Zwar nicht wie Du,  es mir selbst beigebracht, sondern ganz klassisch mit Musiklehrer. Ich hatte aber anscheinend nicht die Motivation, die Du hattest, denn irgendwann hat es keinen Spaß mehr gemacht. Wahrscheinlich hast Du es Dir mithilfe des Internets selbst beigebracht, nehme ich an. Eigene Songs mit Tabulaturen. Mit dem Gitarrenlehrer war es bei mir etwas anders gewesen. Umso schöner zu sehen, dass das gar nicht so schlecht war bei Dir, die Anfänge mit der Gitarre.

So blieb die Motivation immer oben, dadurch, dass ich mich selber dazu motiviert habe. Weil ich Bock hatte, mich zu verbessern, etwas lernen wollte und mich dann auch nach der Schule jeden Tag drangesetzt habe. Ich habe mich stundenlang im Zimmer mehr oder weniger eingeschlossen und herummusiziert und herumgeklimpert. So hatte ich nie dieses Verpflichtende „Ich muss jetzt irgendwo hingehen und was üben“, sondern ich habe das gemacht, weil ich Bock darauf hatte und dann auch, wenn ich Zeit dafür habe.

Wie ist es dann professioneller geworden, beziehungsweise wann?

Ich weiß gar nicht, ob ich das so genau datieren kann. Ich habe diese Punkrock-Geschichte gemacht, dann sind wir so ein bisschen durch die Gegend gefahren, aber mehr so im Umkreis hier, Ennepe-Ruhr-Kreis. Da es für Punkmusik oder etwas härtere Musik auch wenig Möglichkeiten gibt, das so unter die Leute zu bringen, zumindest hier im Umkreis. Daraus ist dann irgendwann entstanden, dass ich mir eine Akustik-Gitarre gekauft habe. Ich habe vorher nur E-Gitarre gespielt und dann eine Akustik-Gitarre gekauft. Also was man so kennt vom Lagerfeuer, da sitzen. Und ich habe dann total das Interesse daran gewonnen, weil mir das sehr viel Spaß gemacht hat, damit zu spielen. Ich habe dann angefangen, eigene deutschsprachige Lieder zu schreiben. Vorher war immer englischsprachig, dann hatte ich mal Lust, auf Deutsch zu schreiben. Das habe ich dann ein paar Leuten gezeigt, erst einmal meinen Bandkollegen. Die fanden das cool, war eben etwas ganz anderes, und habe dann die Motivation bekommen, noch mehr davon rauszubringen oder noch mehr davon zu schreiben. So hat sich nach und nach immer mehr entwickelt. 2012 habe ich dann das erste Lied veröffentlicht von mir. Die Rückmeldung war dann relativ positiv, die Leute fanden ganz cool, was ich da so mache. Daraus ist dann immer mehr entstanden und im Endeffekt dann jetzt ein ganzes Album.

Mit 22. Ich stelle mir diesen Schritt erstmal ziemlich schwer vor, einfach selbst Musik zu machen oder Musik zu covern und dann dazu überzugehen selbst die Musik zu schreiben. Ich frage mich beispielsweise immer, wenn man selbst Songs schreiben möchte: erst die Melodie und dann der Text oder erst der Text und dann die Melodie?

Das ist total unterschiedlich bei mir. Manchmal, bei manchen Stücken, hatte ich irgendwie Textzeilen oder Melodien im Kopf gehabt und habe das dann daraus gebastelt. Oftmals mache ich es so, dass ich erst eine Gitarrenmelodie habe, irgendwie spiele, mir darauf dann einen ausgedachten Text singe, und der Text ganz am Ende dann wirklich in Feinarbeit produziert wird in meinem Kopf. Keine Ahnung, kann ich nicht erklären.

Gab es bei Dir auch Situationen im Leben, die Dir beim Schreiben geholfen haben? Oder hast Du Sachen verarbeitet, die Du erlebt hast?

Auf jeden Fall! Würde ich schon sagen. Dadurch, dass ich eigentlich normalerweise ein sehr fröhlicher, offener Mensch bin und sehr viel Spaß und Quatsch mache ist das ein gutes Mittel dafür gewesen, auch einmal so ein bisschen seriösere Sachen und vielleicht auch ein paar nachdenklichere Sachen zu machen, die ich normalerweise nicht so kundgeben würde. So würde ich es mal formulieren.

Daniel Hinzmann und Firat Demirhan | En Aktuell Interview

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Du hast in einigen lokalen Bands mitgewirkt. Wie war der Start von Smithy, wie ist das alles entstanden?

Gute Frage, da bin ich jetzt seit fünf Jahren dabei bei Smithy. Ich glaube, grundlegend lag es daran, dass Lutz Otto aufgehört hat als Sänger bei denen nach ziemlich vielen Jahren Smithy, die gibt es ja jetzt auch schon ein paar Jahre. Die hatten dann keinen geeigneten Sänger gefunden, der in ihr Profil passte, wenn man jetzt Profil sagen kann, also es passt menschlich nicht oder musikalisch nicht. Ich hatte das mal gelesen, aber für mich war Covermusik eigentlich nie so wirklich was, worauf ich Bock hatte, also wirklich dieses typische man spielt irgendwo. Bis mich dann der Olli Maikranz, der auch mit am längsten bei Smithy dabei ist, der Keyboarder ist das, mal angesprochen hatte, ob ich nicht Lust hätte, mal bei einem Casting vorbeizukommen. Ich habe gesagt nein, das muss nicht sein, ist nicht so meine Welt. Dann wurde ich wiederum von dem Wolfram Kottwig, dem Tontechniker von Smithy, noch einmal angerufen. Er hat gesagt, überleg Dir das noch, ich habe die durch andere Veranstaltungen einmal kennengelernt. Wir waren vorher schon so ein bisschen befreundet, Bekannte, und dann habe ich gedacht komm, machst du jetzt einfach mal. War dann erst einmal echt so ein bisschen Überwindung tatsächlich, weil es ja zeitlich dann wirklich so in eine Richtung ging, die ein bisschen intensiver ist für die Musik. Vorher war immer so ein bisschen Hobby, man macht das mal hier am Wochenende oder unter der Woche, wenn man Spaß hat. Smithy ist ein bisschen mehr Aufwand, dadurch, dass wir da auch relativ viele Konzerte spielen, es proben intensiver ist, alles so ein bisschen professioneller wurde. Da musste ich mich erst einmal überwinden, dadurch dass ich auch mein Studium einmal zu Ende bringen wollte und relativ viel Ablenkung dann natürlich auch bedeutet, dass man nicht mehr so viel Zeit hat. Ich bin dann trotzdem mal zu dem Casting gegangen und es scheint ihnen gefallen zu haben. Jetzt bin ich mittlerweile fünf Jahre dabei und bereue den Schritt auf keinen Fall, weil das hat mir einfach sehr viel gebracht in den letzten Jahren.

Zumal Du ja die wichtigste Voraussetzung hast, Du bist auch Lokalpatriot, genau wie andere Bandmitglieder, und Du hast ja vorhin gesagt mit dem Gitarrenspielen, Du hast es gemacht einmal, weil Du keine Verpflichtung hattest, und Du hattest Spaß daran gehabt. Du hast auch vorhin erwähnt, das ist jetzt natürlich ein bisschen anders mit der Band. Ihr habt natürlich auch Auftritte, Ihr habt Gigs, Ihr müsst proben. Bedeutet aber vielleicht auch, dass die Entschädigung vielleicht eine andere ist, dadurch dass Ihr vor so vielen Leuten auftreten dürft. Das hattest Du wahrscheinlich mit Deiner ersten Band nicht so gehabt. Was ist das denn für ein Gefühl, wirklich auf der Bühne zu stehen und da sind hunderte Leute, die Euch einfach zujubeln?

Da muss ich sagen, das ist ein total schönes Gefühl natürlich, macht total Spaß mit dieser Interaktion mit dem Publikum, vor allem, wenn es so viele Menschen sind. Aber ich bin jemand, mir ist das vollkommen egal, ob da drei Leute sitzen oder tausend, ist wirklich so, mir macht es einfach immer Spaß, Musik zu machen. Dadurch, dass es auch so vielschichtig ist, was ich jetzt durch die paar Jahre Musik machen jetzt angereichert habe, ist es irgendwie auch schön, so ein Spektrum aufweisen zu können. Das heißt, ich spiele ja auch auf Hochzeiten, romantischere Lieder, die gut zur Stimmung passen, mache die eigenen Sachen, was mir auch total viel bedeutet und Spaß macht, und dann die Smithy-Sachen, wir spielen auf großen Festen, Leute haben Spaß daran. Das macht alles auf bestimmte Art und Weise Bock und Spaß und ich will das auch gar nicht mehr missen.

Das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen. Klappt das denn, die eigene Solokarriere voranzubringen, und natürlich die Band. Aber anscheinend haut das gut hin bei Dir.

Ja, aktuell gefällt mir das. Wir kommen uns nicht gegenseitig in die Quere, teilweise, hatte ich eben schon erwähnt, ist der Olli Maikranz sogar fast bei allen Sachen, die ich mache, auch noch mit dabei. Der spielt auch mal in meiner Hinzmann-Band mit, der ist bei Smithy dabei, und in die Quere kommen wir uns fast gar nicht. Das kann man irgendwie immer alles noch unter einen Hut bringen.

In einem Deiner früheren Interviews hast Du gesagt, das Schönste wäre, wenn Du es mal irgendwann schaffen würdest, ein eigenes Album auf den Markt zu bringen. Genau das ist jetzt im August passiert, Dein Album „Lied an“ ist herausgekommen. Erzähl mir ein bisschen was von diesem tollen Projekt, Dein erstes Album. Wie viel Arbeit steckt dahinter?

Wenn wir jetzt von dem Album als CD an sich sprechen, das ist ungefähr ein Jahr her, da haben wir im August letzten Jahres mit begonnen. Die Lieder sind alle schon relativ alt. Das erste, was ich veröffentlicht habe, war 2012. Jetzt haben wir 2020, das hat sich jetzt über mehr oder weniger acht Jahre gezogen die ganze Geschichte. Also dann sind immer wieder neue Lieder dazu gekommen und die Lieder haben sich auch in der Zeit so ein bisschen entwickelt. Ich war nicht ganz so zufrieden mit den Sachen, die ich da gemacht habe. Ich habe ja schon vorher Lieder veröffentlicht, das war dann meistens so mit Gitarre und Gesang, und ich hatte immer irgendwie Band im Kopf. Ich komme aus der Band und ich wollte Band auf dem Ding haben, wenn ich ein Album habe. Das ist eben etwas aufwendiger, wenn man das wirklich so klingen lassen möchte, dass eine Band das eingespielt hat und nicht einfach irgendwie etwas produziert wurde am Computer. Ich glaube, vor zwei Jahren haben wir das erste Mal in der Konstellation zusammen gespielt, so wie sie jetzt auf dem Album ist. Das ist einmal der Oliver Maikranz am Keyboard, dann haben wir den Leon Mucke dabei, das ist der Schlagzeuger, und den Franjo Obradovic, der normalerweise Gitarrist ist, den ich aber überredet habe, mal Bass bei mir zu spielen. Wir haben dann zusammen geprobt für einen Auftritt im Ibach-Haus hier in Schwelm, da haben wir als Vorband von Fools Garden gespielt. Die kennt man durch „Lemon Tree“. Das war der erste Auftritt in diesem Quartett. Das hat Spaß gemacht, die Lieder haben sich noch einmal anders entwickelt, weil die Musiker nochmal ihre eigenen Einflüsse mit da hereingebracht haben im Gegensatz zu vorher. Da war es auch mit Band, das war auch super cool, da waren auch Freunde von mir dabei, die mich unterstützt haben. Aber jetzt klang das alles nochmal ein bisschen anders und vielleicht ein bisschen mehr passend zu der Musik. Ich habe ja gesagt, wir haben ein bisschen Punkrock vorher gemacht, und das hat sich dann teilweise noch so ein bisschen in die Richtung verschoben. Also lautes Schlagzeug, treibender Bass und so. Das hat in dem Moment Spaß gemacht, es passte jetzt wohl im Nachhinein nicht, das musste mir aber auch erstmal klar werden. Das war dann erst ein bisschen blöd, meine damaligen Bandkollegen haben dann irgendwann gesagt, dass sie gerne wieder ein bisschen Punk machen wollen, und dass sie sich deshalb langsam aus der Sache rausziehen wollen bei den Hinzmann-Sachen, mich aber die ganze Zeit unterstützt haben. Ich war ihnen im Endeffekt auch ziemlich dankbar, dass sie das gemacht haben, weil mir dann erstmal selber klar wurde, dass das erstmal gemacht werden musste, damit wir diesen Sound hinbekommen, den wir jetzt haben.

Und Du wolltest dabei bleiben auch wirklich nur deutsche Lieder zu schreiben und zu singen?

Ja, also zumindest jetzt gerade bei diesen Stücken unter dem Namen Hinzmann ist es schon so dieses Deutschsprachige. Ich habe lange kein englischsprachiges mehr rausgebracht. Habe ich auch nicht drüber nachgedacht.

Ganz oft ist es ja so, dass man ein Lied hat, das wirklich durch die Decke geht. das wirklich den Leuten bekannt wird. Ich sage mal, Xavier Naidoo hatte mit dem Lied „Sie sieht mich einfach nicht“ seinen Durchbruch gehabt. Dann gab es mal, vielleicht können sich einige erinnern, die Band Polarkeis 18. die hatten das Lied „Allein Allein“ gehabt. Warum schreibst Du nicht einfach einen Song, der durch die Decke geht, und dann wirst Du bekannt, wo ist denn das Problem?

Also ich muss persönlich sagen, ich bin nicht so ein Fan von diesem Produzierten. Das ist auch vielleicht das Problem, das so ein bisschen einen daran hindert.

Dass es nicht Mainstreamtauglich ist meinst Du?

Ja, es ist so ein Mix, sag ich mal. Also ich würde es schon als mainstreamtauglich bezeichnen, was ich mache, aber ich orientiere mich nicht nach irgendwelchen Mustern. Was vielleicht eine Schwierigkeit in der heutigen Zeit ist! Dadurch, dass unter anderem viel über Spotify gemacht wird. Die haben bestimmte Mechanismen. Beispielsweise bekommt man erst Klicks nach 30 Sekunden Spielzeit von dem Lied gezählt. Das heißt, die Lieder werden heute so produziert, dass man direkt am Anfang einen Hook, also einen Refrain hat, und das muss direkt irgendwie so catchy sein, damit die Leute dranbleiben. Da hatte ich irgendwie nie Lust drauf. Ich höre selbst sehr viele Oldies und da kann es dann auch einmal vorkommen, dass da ein minutenlanges Intro ist. So was finde ich cool, das macht mir Spaß, und dadurch ändert sich die Musik. Ich möchte mich diesen Mechanismen nicht anpassen, ich möchte das so machen, wie es mir gefällt!

Vielleicht hast Du ja Glück und Du darfst einmal als Vorband auftreten oder als Vorsänger von größeren Bands. Deine LP ist jetzt draußen, Dein Album. Ich nehme einmal an, die aktuelle Situation bei uns in Deutschland macht es auch für Dich schwieriger, auf Tour zu gehen, in Hallen oder in Studios zu spielen oder wieder mal im Ibach-Haus. Hat das auch Auswirkungen auf Dich und auf Deine Pläne, gerade jetzt nach der Veröffentlichung des Albums?

Kann ich gar nicht so richtig sagen. In erster Linie hat es natürlich Auswirkungen gehabt, dadurch dass ich geplant hatte, damit ein bisschen herumzureisen. Ich hatte immer den Traum, dass ich die Gitarre einpacke, mich ins Auto oder in den Zug setze und durch Deutschland fahre und irgendwelche Clubs bespiele und dann einfach meine CD in der Hand habe und sage hier, Leute, wollt Ihr die nicht kaufen? Weil ich viele Städte in Deutschland noch nicht gesehen habe, wo ich gerne mal hin würde, und irgendwie passte das noch nie. Jetzt wollte ich eigentlich dieses Projekt dieses Jahr angehen, dass ich, nachdem ich das Album veröffentlicht habe, los Reise, und nach Norden, nach Osten nach Süden einfach in irgendwelche Städte fahre und da irgendwelche Clubs vorher anzuschreiben und bei denen ein bisschen Musik zu machen. Hat sich ein bisschen zerschlagen.

Aber wer weiß, vielleicht passiert das noch. Oder Du fährst einfach in die Fußgängerzonen der umliegenden Städte und spielst da und wirst dadurch dort entdeckt.

Ich habe das noch nie gemacht, diese Straßenmusik, Ich bin das tatsächlich irgendwie noch nie angegangen. Das ist auch eine sehr verrückte Art, sich zu präsentieren. Dieses man stellt ich hin und muss die Aufmerksamkeit erzeugen. Das ist total hart glaube ich, kann ich mir vorstellen. Vor allem mit eigenen Liedern.

Du hast vorhin erwähnt Du studierst auch nebenbei, Chemie und Sport glaube ich.

Das ist mittlerweile fällig. Ich habe vor zwei Jahren einen Abschluss gemacht in Chemie und Sport auf Lehramt, habe jetzt mein Referendariat und im Mai meinen Abschluss gemacht und bin jetzt Vertretungslehrer an einer Gesamtschule in Wuppertal.

Das heißt, Du musst weiterhin jeden Morgen aufstehen und Deiner Arbeit nachgehen und die Musik läuft so ein bisschen nebenbei?

Ja genau. Ich habe relativ offen mit meinem Schulleiter kommuniziert als er mich gefragt hat, wie ich gerne meine Zukunft gestalten möchte. Ich habe ihm klar gesagt, ich würde gerne eine Vertretungsstelle haben, also keine feste Stelle, sodass ich noch ein bisschen Zeit habe für die Musik. Das heißt, ich habe so ein paar Verpflichtungen weniger, die ein normaler Lehrer hat, mache aber meinen normalen Wochenalltag und dann am Wochenende geht es meistens durch die Gegend. Sei es irgendwelche Hochzeiten oder Geburtstage, mit Smithy unterwegs oder irgendein anderes Konzert.

2018 hast Du eine Hymne für die Stadt Schwelm geschrieben, „Unser Herz schlägt für Schwelm“. War das eine Hommage, eine Liebeshymne, ein Liebesbeweis an diese Stadt?

Ich muss ein bisschen weiter ausholen. Es gibt ja in Schwelm 13 Nachbarschaften, die diesen Heimatfestumzug machen. Wir haben einmal im Freundeskreis irgendwann die sogenannte Wilde 14 gegründet, also die 14. inoffizielle Nachbarschaft. es war so ein Spaßprojekt. Wir haben uns selbst immer mit Begeisterung diesen Zug angeguckt, gut gefeiert und hatten dann irgendwie die Idee, wir würden gerne so ein bisschen Programm machen, bevor das alles losgeht. Dann haben wir angefangen, ein Vorprogramm für den Umzug zu machen, indem wir den Zug andersherum gehen und so ein paar Aktionen machen, Kamelle werfen. Irgendwie ist daraus immer mehr geworden und wir hatten immer weitere Ideen, die man machen könnte. Und dann hieß es natürlich hier, Hinzmann, schreib mal ein Lied. Dann habe ich erst überlegt wie machst Du das, keine Ahnung. Das war dann auch so eine nachts um drei Uhr Aktion, mehr oder weniger. Dann habe ich mich an den Computer gesetzt und gedacht, wie schreibst du das denn jetzt? Dann habe ich glaube ich auf der Seite der DACHO geguckt welche Nachbarschaften gibt es, und dann war das ein Selbstläufer. Ich habe mir die Nachbarschaften angeguckt und dann eine Melodie rausgespielt und habe gedacht, das hört sich ganz witzig an, hört sich so ganz catchy an, und habe dann wirklich innerhalb von einer Stunde diesen Text geschrieben, den anderen vorgespielt und die haben alle gesagt, das ist mega witzig. Ich habe das dann mit einem Freund im Tonstudio aufgenommen, veröffentlicht, und dann ist das daraus geworden, was da jetzt offiziell ist.

Eine letzte Frage habe ich noch, die stellen wir allen unseren Interviewpartnern. Gibt es einen Ort hier im Ennepe-Ruhr-Kreis wo Du gerne bist oder wo Du gut runterkommst, vielleicht einen Tipp für uns, wo es besonders schön ist.

Das ist kein Tipp, bei mir zu Hause.

Und wenn Du nach draußen müsstest, gibt es ein Fleckchen?

Ich habe in letzter Zeit das Wandern für mich entdeckt, zum Herunterkommen so ein bisschen was zu machen, Aktivität zu betreiben. Da gibt es eine schöne Runde um Schwelm, die ich jetzt ein paar Mal mit einem Kollegen gewandert bin, und das ist total schön. Man denkt gar nicht mehr, dass man hier in der Umgebung ist. Das geht dann über den Ehrenberg hier hoch, man ist dann irgendwann in Königsfelden Ennepetal, läuft dann, wenn man will, nach Beyenburg,

Da, wo Du Dein Musikvideo gedreht hast?

Ja genau, da war das erste Musikvideo da oben in Beyenburg. Das ist total schön da oben, und das ist eigentlich wirklich ein schöner Ort, den darf ich eigentlich gar nicht empfehlen, sonst wird er überlaufen.

Daniel, vielen Dank, viel Erfolg für Deine nächsten Schritte. Hauptsache Du bleibst weiterhin so, wie Du bist, und hast viel Spaß an der Sache. Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast für unser Interview. Alles Gute.

Sie haben Lust auf das neue Album bekommen? Im EN-Kreis bekommen Sie die CD an folgenden Verkaufspunkten:

In Schwelm
Tischcultura
mihcamusic (in Bücher Köngen)
Radio Kalthoff
Geschäftsstelle Stadtmarketing Schwelm

In Gevelsberg
Reschop Intersport

Und natürlich auf der offiziellen Webseite von Daniel Hinzmann.

Online verfügbar bei Spotify

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